
Myanmar, das goldene Land Das heutige Myanmar hieß bis 1989 Burma. Nach 40jähriger Isolation hat Myanmar 1996 seine Pforten für den Tourismus geöffnet, nachdem es zuvor nur sehr eingeschränkt zu bereisen war. Erst die Verleihung des Friedensnobelpreises an Aung San Suu Kyi rückte Myanmar in das Licht der internationalen Öffentlichkeit. Noch immer ist es aber weit davon entfernt, ein Land des Massentourismus wie sein Nachbar Thailand zu werden. Eine Industrialisierung des Landes hat noch nicht stattgefunden, Myanmar ist ein Agrarland, in dem das Leben größtenteils wie vor Jahrhunderten verläuft. Myanmar hat sich auf Grund seiner politischen Situation nicht wesentlich entwickelt, konnte dafür aber seinen ursprünglichen Charakter bewahren. Hervorzuheben ist dabei die Liebenswürdigkeit und Gastfreundschaft der Menschen, welche kaum so in einem anderen Land zu finden ist. Für den Touristen ist das Land heute gut und sicher zu bereisen, vielerorts bieten Hotels einen hohen Standard. Zwei private Fluglinien internationalen Standards verbinden die wichtigsten Orte. Die Bevölkerung von 48 Millionen Einwohnern teilt sich in 135 ethnische Gruppen mit eigenen Sprachen und Traditionen auf. Die überwiegende Mehrheit sind Burmanen tibetischen Ursprungs, andere Hauptgruppen sind Karen, Kachin, Kayar, Mon, Chin, Shan, Rakhinen. Rund 89% der Bevölkerung sind Theravada-Buddhisten der ursprünglichen Form des Buddhismus. Zahlreiche Pagoden, Tempel und Klöster prägen das Bild Myanmars und das Alltagsleben der Menschen. Man geht davon aus, daß es etwa 20.000 Klöster in Myanmar gibt. | 
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Geographie Myanmar, das den Staaten Südostasiens zugerechnet wird, ist nach China und Indien der drittgrößte Festlandsstaat Asiens und etwa doppelt so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Im Zentrum Myanmars liegt der gewaltige Strom des Ayeyarwaddys, der das Land über mehr als 1600 km hinweg von Norden nach Süden durchfließt. Fruchtbare Ebenen erstrecken sich entlang des Flusses, der sich am Golf von Martaban am Indischen Ozean zu einem breiten Delta öffnet. Diese Ebene wird von Hochgebirgszügen umrahmt, welche die Grenzen zu den Nachbarländern Bangladesch, Indien, China, Laos und Thailand bilden. Im Westen bildet das Arakangebierge die Grenze, im Osten das Shan Plateau. Im Norden Myanmars liegen die südlichen Ausläufer des Himalayas, mit einer Höhe bis zu fast 6000m. Das Schmelzwasser der Berggipfel bildet die Quellen des Ayeyarwaddys. Aufgrund seiner unterschiedlichen Landschaftsformen kann das Klima Myanmars je nach Region beträchtliche Unterschiede aufweisen. Das Land gehört zum asiatischen tropischen Monsungebiet, in dem das Jahr drei Jahreszeiten hat. Ende Mai beginnt der Regen, der zwischen Juni und August am stärksten ist. In dieser Jahreszeit herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit, besonders an den Küsten. Es regnet meist am Nachmittag oder frühen Abend. In Zentralmyanmar bleibt es trockener, mit nur einzelnen Niederschlägen. Im Oktober endet die Regenzeit, und die trockene und kühlere Jahreszeit beginnt. Die durchschnittliche Temperatur beträgt dann 21 C bis 28 C, jedoch fällt die Quecksilbersäule in den Bergen und im Norden des Landes auch unter den Gefrierpunkt. Von März bis zum Beginn der Regenzeit ist die heiße Trockenperiode. Im zentralen Myanmar, besonders in Bagan, kann das Thermometer auf bis zu 45 C klettern. | 
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Tier und Pflanzenwelt Myanmar, das sich von den tropischen Korallen Riffen bis zu den Gletschern des Himalaja erstreckt, besitzt die unterschiedlichsten Landschaftstypen. Regen- und Monsunwälder, nebelige Bergwälder, kilometerlange unberührte Sandstrände, trockene Savannen, Altwässer und Schwemmland. So bietet sich Lebensraum für die verschiedensten Tier- und Pflanzenarten. Myanmar gilt als Land mit der größten Artenvielfalt. Noch sind 43% des Landes von Regenwäldern bedeckt. Myanmar besitzt bis heute noch rund 75% der weltweit vorhandenen Reserven an Teakholz. 850 verschiedene Arten von Orchideen findet man in den Wäldern Myanmars. Dank des oft noch undurchdringlichen Waldes gibt es in Myanmar noch unterschiedlichste Tierarten. Zu den Arten, die in Myanmar leben, gehören der Tiger, der Leopard, der Himalaya-Bär, der asiatische Schwarzbär, Wilde Elefanten (ca. 7000), Gaur und Banteng, die zu den größten Wildrindern der Erde gehören, der Muntjak, der indische Pferdehirsch, der Rothund, der Gibbon und andere Affenarten, der Serau, der Kantschil, eine sehr kleine Antilopenart, und in sehr entlegenen Gebieten das vom Aussterben bedrohte Sumatra Nashorn | 
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Wirtschaft Nach 26 Jahren sozialistischer Wirtschaftspolitik unter General Ne Win (1962 bis 1988) begann die neue Militärregierung mit ihrer Machtübernahme 1988 die Umstellung auf ein teilweise marktwirtschaftlich orientiertes Wirtschaftssystem. Heute sind circa 70 Prozent der Unternehmen und Betriebe (vor allem kleinere und mittlere Dienstleistungsbetriebe) in Privatbesitz, 30 Prozent (insbesondere Großbetriebe in der Produktion) sind immer noch Staatsbetriebe und zumeist defizitär. Der Privatsektor erwirtschaftet mittlerweile mehr als 90 Prozent der Wirtschaftsleistung Myanmars. Nach wie vor ist die myanmarische Wirtschaft ganz überwiegend agrarisch geprägt. Der Anteil des Agrarsektors am Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt bei über 50 Prozent. Rund zwei Drittel aller Beschäftigten sind in der Landwirtschaft tätig. Demgegenüber trägt die verarbeitende Industrie lediglich etwa 13 Prozent zum BIP bei, auf Handel und Dienstleistungen entfallen circa 35 Prozent. Aktuelle wirtschaftliche Lage Die Wirtschaftslage Myanmars bleibt anfällig für externe Schocks, Missernten und Turbulenzen im Bankensystem. Hinzu kommen erratische wirtschaftspolitische Entscheidungen, Energieengpässe und eine übermäßige Reglementierung des Wirtschaftslebens durch die Regierung. 2007 wurde nach Schätzungen internationaler Beobachter ein reales Wachstum von ca. 5,5 Prozent erzielt. Die myanmarische Regierung gab demgegenüber deutlich höhere Wachstumsraten von 18,7 Prozent (2007) und 13,2 Prozent (2006) bekannt. Das Pro-Kopf-Einkommen des Landes wird auf jährlich etwa 260 US-Dollar geschätzt. Die Inflationsrate ist in den letzten beiden Jahren erheblich angestiegen. Sie lag im Haushaltsjahr 2007 nach Regierungsangaben bei 26.3 Prozent, nach Schätzungen des IWF sogar bei etwa 37 Prozent. Vor allem rapide steigende Preise für Nahrungsmittel, Kraftstoffe und Baumaterialien treffen die Bevölkerung hart. Eine Arbeitslosenzahl wird von der Regierung nicht ermittelt. Der Anteil der Unterbeschäftigten wird auf mindestens ein Drittel der arbeitenden Bevölkerung geschätzt. Tagelöhnertum ist weit verbreitet. Die Bevölkerung ist insbesondere in den ländlichen Gebieten von Armut betroffen. Im "Bericht über die menschliche Entwicklung 2007" der Vereinten Nationen wird Myanmar auf Platz 132 von 177 Ländern geführt. Die myanmarische Regierung veröffentlicht kaum Daten zum Staatshaushalt. Der Internationale Währungsfonds zählt jedoch hohe Haushaltsdefizite seit Jahren zu den Strukturproblemen des Landes. Die staatlichen Ausgaben legen einen deutlichen Schwerpunkt auf den militärischen Bereich. Die Ausgaben für Gesundheit und Bildung sind auch im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern sehr niedrig. Die Auslandsverschuldung Myanmars beträgt 7,1 Milliarden US-Dollar. Kredite der Asiatischen Entwicklungsbank, der Weltbank und u.a. auch der Kreditanstalt für Wiederaufbau werden derzeit nicht bedient. Der Zugang Myanmars zu internationalem Kapital ist äußerst beschränkt. Das Land erhält keine Unterstützung von den Internationalen Finanzinstitutionen und keine nennenswerte Entwicklungshilfe. Auch internationale Wirtschaftssanktionen, die aufgrund der innenpolitischen und menschenrechtlichen Lage gegen Myanmar verhängt wurden, wirken sich negativ auf die Wirtschaftslage aus. | 
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